„Anfang, Ziel und Mitte“ – mit diesen Worten beschreibt der Kirchenliederdichter Jochen Klepper kursorisch die Lebensbahn, die jeder durchläuft. Prägnante Stationen herauszupräparieren, war auch wesentliches Anliegen des Frankfurter Künstlers Georg Heck (1897–1982) in seiner Holzschnittfolge „Ein Leben“, die in den 1930er Jahren wohl nach seinem Meisterschülerstudium bei Max Beckmann entstand. Die großformatige Mappe umfasst sechs der ursprünglich sieben zyklischen Darstellungen: Traum, Sehnsucht, Begegnung, Tanz, Mutterschaft und Taufe. In diesen frühen Schaffensjahren zeigt sich, dass Heck die stilistischen Ausdrucksmöglichkeiten der klassischen Moderne souverän beherrscht. Offen greift er Impulse seiner Lehrer und Zeitgenossen auf, ohne dabei in bloße Nachahmung zu verfallen. Vielmehr entwickelt er im Medium Holzschnitt ein eigenes bildnerisches Vokabular, in dem prägnante Konturen und ein kompromissloses Hell-Dunkel-Spiel zum Ausdrucksträger werden, auch um die dramatischen Erfahrungen der NS- und Nachkriegszeit zu verarbeiten. 1933 waren seine Werke als „entartet“ diffamiert und verbrannt worden, 1937 wurden weitere Arbeiten beschlagnahmt. Nach 1946 gelingt dem versierten Heck der Neuanfang: Mit seinem Engagement in der Neuen Darmstädter Sezession und dem „Frankfurter Kreis“ prägte er das künstlerische Leben in seiner Heimatstadt Frankfurt am Main entscheidend mit.
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