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Bernhard Nowak (d.i. Cavon)

Das schwarze Buch

Jahr: 1925-1926

Technik: Aquarell und Tuschfeder

Material: Papier

Artikelnummer: KAP202501528

Artikel zurzeit vergriffen
  • Artikel vergriffen, versandbereit in 2-4 Werktagen.

Darstellung

Sortiert einmontierte Aquarelle im Maß von 3,5 x 4 cm bis 13 x 9,5 cm von Juni 1925 bis Januar 1927. Themen u.a.: burlesque Bühnenbilder im Stil des Art déco, Illustrationsfolgen inklusive Cover zu einer Mappe mit dem Titel „Groteske“, asiatische Motive, Karikaturen zum Tod, zahlreiche erotische Motive sowie Entwürfe zu den sieben Todsünden und Exlibris. Versehen mit dramatischen bzw. symbolischen oder karikierenden Titeln wie „Die Angst“, „Der Gewaltige“, „Das Grauen“, „Der Gott der Furchtbarkeit“, „Versuchung“, „Intermezzo“, „Die Marionettenspielerin“, „Die Begegnung“, „vox populi“, „Madame la Guerre“, „Carpe diem“, „Fahnen in der Stadt“, „Philosophie“ oder „Russisches Motive". Politische und erotische Satire, welche sich vor allem entlang der Achse von Bild zu Titel entwickelt. – Der Entwurf der „Völlerei“ in zwei Versionen angelegt (zwei Aquarelle übereinander geklebt). Beiliegt: eine Ausgabe von „Das Magazin – die unterhaltsamen Seiten“ von 1994. Hier mit einem Beitrag von Harald Kretzschmar über Bernhard Nowak, unterfüttert mit einigen der Aquarelle aus dem Buch. Sowie im Buch einliegend: der zugehörige Bemerkungszettel für den Druck einiger Aquarelle in „Das Magazin“ mit handschriftlichen Angaben zu Heft und Seite. Des Weiteren innenliegend ein kleiner gelber Notizzettel mit handschriftlichen Angaben zur Vita Nowaks von Harald Kretzschmar.

Beschriftung

Einige Aquarelle am unteren Rand signiert "Cavon". Unter jedem einmontierten Aquarell handschriftlich in Feder betitelt sowie mehrheitlich mit Monat (römisch) und Jahr datiert. Im vorderen fliegenden Vorsatz eigenhändig bezeichnet "Buch I Das schwarze Buch Bernhard Nowak - Cavon Bad Gastein: Berlin: München: 1925/26" sowie mit Monogrammstempel "BN" versehen. Im hinteren fliegenden Vorsatz eigenhädig bezeichnet "101 Entwürfe abgeschlossen: Bad Gastein 15. Januar 27fez.: Bernhard Nowak - Cavon" sowie mit Monogrammstempel "BN" versehen. Auf dem Vorderdeckel bezeichnet "Buch I B. Nowak - Cavon 1925/26" sowie auf dem Rücken mit beschrifteten Titelschild.

Maße

Das Buch misst ca. 17 x 15 cm.

Zustand

Im Vorderdeckel mit einmontiertem Exlibris-Aquarell, im Hinterdeckel ein weiteres Aquarell. Die Aquarelle je punktuell auf den nichtnummerierten Seiten in Halblederband einmontiert. Das Buch berieben und bestoßen sowie mit Lagerspuren. Die Seiten etwas gebräunt und teils leicht abgegriffen. Die Aquarelle partiell mit Abklatsch auf der gegenüberliegenden Seite. Die Aquarelle selbst gut erhalten und farbkräftig, die Tusche glänzend.

Provenienz

Aus Berliner Privatbesitz. In diesen aus dem Besitz des Künstlers und Feuilletonisten Harald Kretzschmar. Letzterer vom Künstler direkt erworben.

Bernhard Nowak (Künstlername Cavon) (geboren 1904 in Aubing bei München; gestorben 1985 in Berlin) war ein deutscher Maler, Zeichner und Grafiker der Moderne sowie Kulturredakteur in der DDR und zählt zur sogenannten „verschollenen Generation“. Nach einer gebrauchsgraphischen Ausbildung studierte er von 1926 bis 1928 an der Akademie der Bildenden Künste in München und wurde 1928 Mitglied im Künstlerbund „Die Unabhängigen“. Von 1929 bis 1932 war er Stipendiat im Künstlerhaus in Salzburg, wo er unter dem Pseudonym Cavon arbeitete und zahlreiche Gebrauchsgrafiken sowie freie Arbeiten schuf. In dieser Zeit signierte er seine Werke als „Bernhard Nowak-Cavon“. 1932 übersiedelte Nowak nach Berlin. Die nationalsozialistische Kulturpolitik und seine antifaschistische Haltung führten zu erheblichen Einschränkungen seiner künstlerischen Tätigkeit, zeitweiser Arbeitslosigkeit und faktischem Berufsverbot, sodass er nach 1945 nicht mehr an seine frühen Ausstellungserfolge anknüpfen konnte. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er vor allem als Zeichner, Bildredakteur und Kulturjournalist tätig, unter anderem für die „Tägliche Rundschau“, die „Neue Berliner Illustrierte“ und als künstlerischer Leiter des Satiremagazins „Eulenspiegel“. Zudem baute er an der Akademie der Künste in Berlin das Plakatarchiv auf und profilierte sich als Kunstpublizist und Buchautor. Parallel dazu arbeitete Nowak bis ins hohe Alter kontinuierlich künstlerisch weiter. Sein Œuvre umfasst Zeichnungen, Grafiken, Gouachen und vor allem Collagen, die stilistisch der Neuen Sachlichkeit verpflichtet sind und häufig gesellschafts- und zeitkritische Themen behandeln. Nach seinem Tod geriet sein Werk zunächst in Vergessenheit, wurde jedoch seit dem späten 20. Jahrhundert durch Nachlassfunde, Ausstellungen und Publikationen – unter anderem im Kontext verfemter Kunst – wieder verstärkt gewürdigt.

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