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Blütenfeines Blendwerk

Karl Gehle | Art Nouveau-Schale mit Ornamenten | handgehämmertes Messing | um 1924

23.06.2026

Der mit seiner Kunstschmiede in Hagen etablierte Jugendstilist Karl Gehle (1884–1951) war ein so herausragender Metallhandwerker, dass ihn der umtriebige Mäzen Karl Ernst Osthaus just nach Gründung der dem Folkwang-Museum angegliederten "Hagener Silberschmiede" im Jahre 1910 als festes Teil des Kreativteams installierte und ihm, neben zahlreichen Sammelausstellungen, 1911 und 1919 auch zwei Einzelausstellungen ermöglichte. Das Repertoire des Ausnahmebildners zeugt von erstaunlicher Vielfalt und möchte vor allem praktisch glänzen: Neben fein ziseliertem Schmuck mit leuchtenden Karfunkeln, designte Gehle vor allem Gebrauchsgegenstände wie z. B. Lampenfüße, Schalen und Gefäße, nutzte dafür fast immer die Materialien Silber, Kupfer und Messing. In dem hier vorgestellten Objekt offenbart sich aber nicht nur die reduziert-verspielte Formsprache des Künstlers, sondern auch seine Meisterschaft in der sogenannten Treibkunst. Das aus einem Messingblech von der Rückseite aus in Form geschlagene Großformat besticht durch seine herrlich ornamentierte und reliefartige Mitte; vor allem aber durch die kleinteilige Hammerschlagstruktur. Die Werke des Feinarbeiters sind auf dem Markt eher selten zu finden - für Interessierte könnte der Weg ins Hagener Osthaus Museum lohnen. 

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