Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zum Menü springen
 -

Form- und Farbvollendet

Josef Albers | Tuscany | Farbserigraphie | 1966 | signiert

01.07.2026

Josef Albers (1888–1976) zählt zu den prägendsten Gestalten der abstrakten Kunst des 20. Jahrhunderts. Von 1923 bis 1928 lehrte er am Bauhaus in Weimar unter Walter Gropius und übernahm nach dem Ausscheiden Johannes Ittens gemeinsam mit László Moholy-Nagy den Vorkurs – die grundlegende Ausbildung aller Bauhaus-Studierenden. Seine konsequente Auseinandersetzung mit Farbe und Wahrnehmung prägte Generationen von Künstlern und Designern weit über die Bauhauszeit hinaus. Mit seiner ab 1950 entstandenen Werkreihe Homage to the Square schuf Albers eines der einflussreichsten Experimente der modernen Farbtheorie. Stets gleich aufgebaute, ineinander verschachtelte und absolut präzise Quadrate bilden den Rahmen für immer neue Farbbeziehungen und führen vor Augen, dass sich die Wirkung einer Farbe erst im Zusammenspiel mit ihrer Umgebung entfaltet. Nicht die Form steht im Mittelpunkt, sondern die Relativität der Farbe und ihre subjektive Wahrnehmung. Der hier gezeigte, wohl erhaltene Siebdruck Tuscany nimmt innerhalb dieser berühmten Werkreihe eine besondere Stellung ein. Im Gegensatz zu den überwiegend nummerierten oder neutral betitelten Blättern verweisen der poetische Titel und die gesetzten Grüntönen auf die Landschaft der Toskana. Auf diese Weise verbindet Albers seine streng geometrische Bildsprache mit einer seltenen, assoziativen Anspielung auf einen konkreten Ort und eröffnet dem Betrachter einen zusätzlichen Zugang zu seinem abstrakten Werk.

weitere Beiträge