Sol LeWitt (geboren 192 in Hartford, Connecticut; gestorben 2007 in New York) zählt zu den bedeutendsten Vertretern der Minimal Art und der Konzeptkunst des 20. Jahrhunderts. Von 1945 bis 1949 studierte LeWitt Bildende Kunst an der Syracuse University. Unmittelbar danach unternahm er eine mehrmonatige Reise durch Europa, auf der er die Werke der Alten Meister studierte. Während des Koreakrieges diente er von 1951 bis 1952 in der US-Armee und war unter anderem in Japan und Korea stationiert. 1953 ließ sich LeWitt in New York nieder, wo er zusätzlich Kurse an der Cartoonists and Illustrators School (später School of Visual Arts) belegte. Zunächst arbeitete er für die Zeitschrift Seventeen, bevor er 1955 als Grafiker im Architekturbüro von I. M. Pei tätig wurde. Die dort praktizierte arbeitsteilige Planung beeinflusste nachhaltig seine spätere Auffassung, dass die Idee eines Kunstwerks unabhängig von dessen handwerklicher Ausführung bestehen könne. Von 1960 bis 1965 war LeWitt im Museum of Modern Art in New York beschäftigt. Dort begegnete er Künstlern wie Dan Flavin, Robert Ryman, Robert Mangold und Robert Smithson. Enge freundschaftliche und künstlerische Beziehungen verbanden ihn außerdem mit Eva Hesse und Hanne Darboven. In dieser Zeit entwickelte sich LeWitt zu einer Schlüsselfigur der entstehenden Minimal Art und Konzeptkunst. Seine programmatischen Schriften Paragraphs on Conceptual Art (1967) und Sentences on Conceptual Art (1969) zählen zu den grundlegenden Texten der Konzeptkunst. Seit Mitte der 1960er Jahre entstanden seine charakteristischen modularen „Structures“ sowie die ersten Wandzeichnungen (Wall Drawings), bei denen die schriftlich formulierte Idee wichtiger war als deren Ausführung. Diese konnte von anderen nach den präzisen Anweisungen des Künstlers vorgenommen werden und stellte einen grundlegenden Paradigmenwechsel im Kunstverständnis dar. Zwischen 1964 und 1971 lehrte LeWitt unter anderem an der Museum of Modern Art School, der Cooper Union, der School of Visual Arts und der New York University. 1976 gründete er gemeinsam mit der Kunstkritikerin Lucy Lippard den Verlag Printed Matter, der sich der Verbreitung von Künstlerbüchern widmete.
Ab 1971 hielt sich LeWitt regelmäßig in Italien auf, nachdem ihn die Galeristin Marilena Bonomo nach Spoleto eingeladen hatte. 1972 erwarb er dort einen Turm auf dem Monteluco, 1975 ein Wohnhaus und verlegte 1980 seinen dauerhaften Wohnsitz von New York nach Spoleto in Umbrien. Die Begegnung mit den Fresken von Giotto, Masaccio und anderen Malern der Frührenaissance beeinflusste seine spätere Hinwendung zu intensiven Farbkompositionen und farbigen Wandzeichnungen nachhaltig. Ende der 1980er Jahre kehrte er teilweise in die USA zurück und machte Chester (Connecticut) zu seinem Hauptwohnsitz, behielt jedoch sein Atelier und seine enge Verbindung zu Spoleto bei.