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Vibrierende Geometrie

Adolf Fleischmann | AFp 2 | Farbserigraphie | Edition Domberger | 1966

01.07.2026

Aus horizontalen, dicht gereihten Stäbchenelementen bilden sich abstrakt-geometrische Formen, die sich wiederum getreppt nebeneinander und übereinander positionieren, um auf schwarzem Grund eine Gesamtform zu ergeben. Vibrierend flirren die Bestandteile des Bildes, fallen nahezu auseinander, halten aber doch zusammen durch ihre Grenzen, und werden auch mittels scheinbar aufliegender weiterer, jedoch vertikaler Stäbchen wie mit Klammern verbunden. Letztere fungieren optisch als klar erfassbare Stellvertreter aller übrigen Bestandteile, die das Auge eher als Fläche denn als Einzelelemente wahrzunehmen vermag. Die großformatige Farbserigrafie des Künstlers Adolf Fleischmann (18921968) entstammt dem bei der Stuttgarter Edition Domberger erschienenen Portfolio "AFp 2" mit 6 Blättern. Alle basieren auf Gouachen, unser satter Siebdruck auf der Arbeit "Diamant", dessen Form sich dem Betrachter erschließt. Als Vorläufer der Optical Art durchlief der Künstler bereits in den Nachkriegsjahren eine Phase der konkreten Kunst, die sich in den 1950er Jahren erneut in Form serieller Arbeiten in seinen Werken ausprägte. Ausgebildet an der Königlichen Kunstgewerbeschule und der Königlichen Kunstakademie in Stuttgart (u.a. bei Adolf Hölzl) nahm Fleischmann 1921 zunächst an der Ausstellung der Münchener Secession teil. 1948 übersiedelte er nach Paris, schloss sich dort der Künstlergruppe "l’Èquipe" und der Résistance an, entkam den Nationalsozialisten durch weitere Flucht nach Südfrankreich und kehrte 1944 in sein verwüstetes Pariser Atelier zurück. 1952 folgt die Ausreise in die USA. Hier war er als wissenschaftlicher Zeichner am College of Physicians and Surgeons der Columbia University in New York und als freischaffender Künstler tätig. In den 1960er Jahren kehrte er wiederholt nach Stuttgart zurück. Die 1966 im Stuttgarter Württembergischen Kunstverein abgehaltene Adolf-Fleischmann-Jubiläumsausstellung verhalf ihm endlich zum späten Durchbruch in Deutschland.

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