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Startseite: Kurt Feuerriegel keramische Werkstätten Frohburg

Die keramischen Werkstätten von Kurt Feuerriegel in Frohburg gingen aus einer 1910 übernommenen alten Töpferei hervor, die er unter der Bezeichnung „Werkstätte sächsischer Kunsttöpfereien Kurt Feuerriegel“ zu einem bedeutenden Zentrum der sächsischen Kunstkeramik ausbaute. Feuerriegel, 1880 in Meißen geboren und an der Königlich-Sächsischen Kunstgewerbeschule in Dresden ausgebildet, war von der sächsischen Regierung beauftragt worden, das traditionsreiche, aber bedrohte Töpferhandwerk im Kohrener Land neu zu beleben. In den keramischen Werkstätten entstanden sowohl Gebrauchskeramik als auch künstlerische Einzelstücke. Das Spektrum reichte von Fayencen, Vasen, Krügen und plastischen Figuren über Terrakotta-Reliefs bis hin zu Ofenkacheln, Baukeramik und Fassadenschmuck. Charakteristisch sind reliefierte Dekore, oft mit floralen oder heraldischen Motiven, kräftige Glasuren in Blau- und Grüntönen sowie eine an Jugendstil und frühem Art déco orientierte Formensprache. Viele Stücke tragen den Prägestempel „Feuerriegel Frohburg“, der sie eindeutig der Werkstatt zuordnet. Neben frei verkäuflichen Keramiken für den Wohnbereich übernahm die Werkstatt zahlreiche Aufträge für öffentliche Bauten und Denkmäler. Dazu gehören Bauplastiken und Kachelöfen, figürliche Brunnenanlagen wie der Töpferbrunnen in Kohren-Sahlis sowie das „Töpfermädchen“ in Frohburg. Auch Innenraumgestaltungen, etwa die Keramikuhr im Lesesaal der Deutschen Bücherei in Leipzig und Plastiken in Schulgebäuden, stammen aus seinem Atelier. Damit verbanden Feuerriegel und seine Werkstätten kunsthandwerkliche Kleinserien mit repräsentativen Unikaten im öffentlichen Raum. Die keramischen Werkstätten Feuerriegels blieben bis zu seinem Tod 1961 in Betrieb, ein direkter Nachfolger konnte jedoch nicht gefunden werden; die Werkstatt wurde nach und nach aufgegeben. Heute ist sein Œuvre in mehreren Museen präsent, darunter im Museum Schloss Frohburg, im Töpfermuseum Kohren-Sahlis sowie in Sammlungen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Die Bezeichnung „keramische Werkstätten“ steht damit sinnbildlich für einen Betrieb, der künstlerische Qualität, regionale Tradition und industrielle Formgebung verbunden und die sächsische Keramikkunst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nachhaltig geprägt hat.

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