Startseite: Willi Schmid
Sicherlich ist der Name Willi Schmid, genau wie sein umfassendes künstlerisches Werk, vielen von uns nicht geläufig. Doch schon zu Lebzeiten stellte der zu Unrecht in Vergessenheit geratene Maler, dessen Oevre in der Tradition der ‚Neuen Sachlichkeit‘ steht, deutschlandweit aus. Vor allem in seiner Heimatstadt München, wo Schmid 1890 als Sohn einer Schneidermeisterfamilie geboren worden war, wurden seine Arbeiten u.a. in der Neuen Pinakothek und dem Deutschen Museum gezeigt. Neben Zeichnungen und Gemälden auf Leinwand schuf Willi Schmid bereits in seinen frühen Schaffenjsahren auch mehrere großformatige Fresken. Doch 1938 erfolgte die Beschlagnahmung eines seiner Gemälde. Bei weiteren drei Arbeiten ist der Verbleib bis heute unbekannt. Es ist nicht auszuschließen, dass Schmids Bilder, ähnlich wie die anderer Maler jener Zeit, als sog. ‚entartete Kunst‘ aus den Museen entfernt wurden. Als Reaktion auf diese politisch motivierte Diffamierung seiner Person, zog er sich mit seiner Familie aus der Großstadt München an den Tegernsee zurück. Dort lebte und arbeitete Schmid abgeschieden und stellte erst nach Kriegsende, als Mitglied der Münchener Künstlergenossenschaft, wieder in den großen Sommerausstellungen im Haus der Kunst aus. Wir präsentieren erstmals seit dem Tod des Künstlers am 30. Juni 1957 eine umfangreiche Sammlung seines Lebenswerkes. Der Bogen seines Schaffens spannt vom fast fotografisch naturgetreuen Porträt hin zu großen Traumlandschaften und Darstellungen religiös-mystischer Legenden. Besonders charakteristisch sind dabei seine rhythmisch geschwungenen Linien sowie die moderne Farbwahl, durch die der Künstler seine Gemälde mit wenigen Mitteln zum Leuchten bringt.
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Willi Schmid
Anbetung
1941, Ölmalerei
Darstellung: Eine mystisch anmutende Komposition zeigt vier Frauengestalten, jede mit einem leuchtenden Nimbus versehen. Im Zentrum des Geschehens steht eine erhoben dargestellte Figur, der eine kniende Frau ehrfürchtig ein Kleinkind entgegenstreckt. Beschriftung: Rechts unten im Bild signiert und datiert. Maße: Die Tafel misst ca. 130,0 x 79,0 cm, der Rahmen misst ca. 145,0 x 94,0 cm. Der Rahmen ist ungeöffnet. Zustand: Großformatige Ölmalerei auf Holz in adäquater Rahmung. Der Farbauftrag altersbedingt leicht gebräunt, etwas angeschmutzt, partiell fleckig und atelierspurig. An Rand und Ecken geringfügig berieben. Die Darstellung ist im Übrigen in einem guten Zustand. Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers.
Willi Schmid
Mariae Verkündigung
1948, Ölmalerei
Darstellung: Die als Rückenfigur dargestellte Maria mit rotem Umhang hält die leuchtende Lilie in Händen und erhebt ihren Kopf nach oben in Richtung des sphärisch aufsteigenden Engels Gabriel. Zur Linken Mariens hockt ein bärtiger Heiliger (Heiliger Hieronymus?), auf seinem Schoß ein aufgeschlagenes Buch und richtet seinen Blick ebenfalls zum Engel empor. In einer flachen Schale in ihren Händen befindet sich eventuell das flammende Herz. Die Szene ist eingebettet in eine dunkle, undefinierte Landschaft mit einigen leuchtenden Blüten am Boden. Beschriftung: Am unteren Rand handschriftlich signiert und datiert "Willi Schmid 1948". Maße: Die Tafel misst ca. 38 x 48 cm. Zustand: Die Kanten sind etwas berieben bzw. bestoßen sowie an wenigen Stellen mit kleineren Farbausbrüchen. Die Bildoberfläche teils mit Anschmutzungen bzw. Bereibungen. Im Übrigen gut erhalten. Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers.
Willi Schmid
Sarkophag mit Beweinungsgruppe
1930er/ 1940er Jahre, Kohle und Kreiden
Darstellung: Fein nuancierte Skizze eines Sarkophags mit Beweinungsgruppe. Maße: Das Blatt misst ca. 48,5 x 40,5 cm. Zustand: Die Darstellung nuanciert und kontrastreich, gut erhalten. Der Bogen Bütten mittig horizontal gefalzt, gebräunt, griff- und atelierspurig, blass stockfleckig, in den Kanten bestoßen und knickfaltig, hier vereienzelt winzige Risse, im linken Rand Nadellöchlein. Sonst in gutem zustand. Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers.
Willi Schmid
Altar mit der Beweinung Christi
1930er/40er Jahre, Bleistiftzeichnung
Willi Schmid
Sitzende (Madonna)
1930er/40er Jahre, Federzeichnung
Darstellung: Sitzende Frauenfigur, den Kopf mit den geschlossenen Augen leicht zur Seite geneigt (Madonnenbildnis). Maße: Das Blatt misst ca. 28 x 25 cm, die Darstellung ca. 23,5 x 11 cm. Zustand: Das Blatt leicht gebräunt und mit wenigen Braunfleckchen. In den Rändern leicht knickspurig. Der Bogen von Hand geschnitten. Im Übrigen gut erhalten. Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers.