Hildegard Delius, geborene Oppe (geboren 1896 in Lichterfelde bei Berlin; gestorben 1955 in Hameln), war eine deutsche Künstlerin und Keramikerin. Nach dem Abitur besuchte sie die Königliche Kunstgewerbeschule in Dresden und absolvierte weitere Zeichen- und Gestaltungskurse in München, wo sie zunächst im grafischen und dekorativen Bereich – unter anderem für die Bebeka-Kunstwerkstätten – tätig war. Ihre Laufbahn als Keramikerin begann Mitte der 1920er Jahre in der 1923 von Gertrud Kraut gegründeten Hamelner Töpferei. Nach der Heirat mit Klaus Delius 1925 zog sie nach Hameln und arbeitete dort unter der künstlerischen Leitung von Anni Rawitscher an den charakteristischen Band- und Liniendekoren der frühen Hamelner Keramik mit. 1927 verließ das Ehepaar Hameln und wechselte zur Porzellanfabrik C. & E. Carstens nach Rheinsberg. Dort war Hildegard Delius vor allem für die Dekore der Rheinsberger Keramik verantwortlich. Ihr Monogramm „HD“ erscheint in Verbindung mit dem „R“ für Rheinsberg auf zahlreichen Stücken. Im Rahmen der Fayenceabteilung in Rathenow gehörte sie zu den Entwerferinnen, die gemeinsam mit Siegfried Möller die Serienkeramik dieser Zeit durch abstrakte Maldekore und neue, teilweise konstruktivistische Gefäßformen modernisierten. Ab 1931 setzte sie ihre Arbeit innerhalb des Carstens-Konzerns im Werk Neuhaldensleben fort, wo Entwürfe der Rheinsberger Kunst- und Fayenceabteilung weiterproduziert wurden und Delius in Formgestaltung und Dekor gleichermaßen an der Entwicklung der Kollektion beteiligt war. 1933 kehrte sie mit ihrem Mann nach Hameln zurück. Das Ehepaar übernahm die Hamelner Töpferei von Georg und Anni Rawitscher. Hildegard Delius führte fortan die künstlerische Leitung, während Klaus Delius die technische und kaufmännische Leitung innehatte. Nach seinem Unfalltod Mitte der 1930er Jahre verantwortete sie den Betrieb im Wesentlichen allein und prägte bis zu ihrem Tod 1955 das Gesicht der Werkstatt. Unter ihrer Leitung verlagerte sich die Produktion von stark bemalten, geometrischen Dekoren hin zu bauchigen, bewegten Formen, einfarbigen, geflockten und gewölkten Glasuren, Garten- und Baukeramik sowie figürlichen und volkstümlichen Motiven. Ihre Entwürfe wurden auf den Leipziger Grassimessen gezeigt und von Museen in öffentliche Sammlungen aufgenommen, womit sie zu einer der zentralen Gestalten der Hamelner Töpferei und der deutschen Keramik der Zwischenkriegs- und Nachkriegszeit wurde.