Die Meißner Ofenfabrik C. Teichert, offiziell die Meißner Ofen- und Porzellanfabrik vormals Carl Teichert, zählt zu den bedeutenden keramischen Industrieunternehmen Sachsens im 19. und frühen 20. Jahrhundert und geht auf den Unternehmer Johann Friedrich Carl Teichert zurück. Dieser gründete in den 1850er Jahren in Meißen eine Ofenproduktion und übernahm 1857 die Herstellung der sogenannten Meißner Patentkachel, die auf einer technischen Innovation von Gottfried Heinrich Melzer beruhte und die Grundlage für die industrielle Ofenkeramik in Meißen bildete. Nach dem Tod Carl Teicherts im Jahr 1871 wurde das Unternehmen 1872 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und firmierte bald unter dem Namen Meißner Ofen- und Porzellanfabrik vorm. C. Teichert. In der Folge entwickelte sich die Fabrik zu einem führenden Hersteller von Ofenkacheln, keramischen Bauprodukten und später auch Porzellan. Ab 1879 begann die Produktion von Porzellan, wodurch das Unternehmen in direkte Konkurrenz zur traditionellen Meißner Porzellanmanufaktur trat. Die Produktpalette umfasste neben Kachelöfen auch Wandfliesen, Baukeramik, Vasen, Leuchter sowie Gebrauchs- und Hotelgeschirre. Besonders erfolgreich war die Herstellung von farbig glasierten Ofenkacheln und keramischen Wandverkleidungen, die in öffentlichen Gebäuden, Wohnhäusern und gewerblichen Anlagen Verwendung fanden. Bereits im späten 19. Jahrhundert exportierte das Unternehmen seine Produkte in zahlreiche europäische Länder. Im frühen 20. Jahrhundert expandierte die Fabrik weiter und beteiligte sich an anderen keramischen Betrieben der Region. Um 1930 kam es zur Zusammenführung mehrerer Unternehmen zum Verbund der sogenannten Teichert-Werke, wodurch die Produktion stärker auf Baukeramik und Ofenprodukte konzentriert wurde. Im gleichen Jahr wurde die Porzellanherstellung aufgegeben und entsprechende Produktionsrechte abgegeben. Während des Zweiten Weltkriegs blieb die Produktion bestehen, doch nach 1945 wurde das Unternehmen enteignet und in die staatliche Industrie der DDR überführt. Die Meißner Ofenfabrik C. Teichert steht damit exemplarisch für die Entwicklung der sächsischen Keramikindustrie von handwerklichen Anfängen über industrielle Expansion bis hin zur staatlichen Umstrukturierung im 20. Jahrhundert.