Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zum Menü springen
 -

Alles darf - nichts muss

Hans Richter | PROCONTRA | Kunststoff | 1969

26.05.2026

Alles darf - nichts muss:  Künstlerische Bestrebungen zeigten sich bei Hans Richter (1888–1976), sehr zum Leidwesen seines Vaters, schön früh, wurden aber mit solcher Vehemenz vertreten, dass sich beide auf ein Studium der Architektur einigen konnten. Richter immatrikulierte sich 1908 an der Hochschule für Bildende Künste Berlin, zog 1909 weiter nach Weimar und 1910 nach Paris, um sein Können an der renommierten „Académie Julian“ zu optimieren. Eine kriegsverletzungsbedingte, fast schicksalhafte Reise nach Zürich 1916 brachte Richter die absolute künstlerische Erhellung und schaffensstarke Lebensfreunde: Er traf auf Hugo Ball, Emmy Hennings, Richard Huelsenbeck und Hans Arp, später Kurt Schwitters sowie Tristan Tzara, mit denen er den "Dadaismus" begründete. Seine ungezügelte Kreativität brach sich die Bahn in einer Vielzahl von Gemälden, Zeichnungen, Collagen, theoretischen und poetischen Schriften, vor allem aber wieder im Film. Richter experimentierte sich durch die zeitgenössischen Avantgardebewegungen und blieb nach geistigen Aufenthalten in Futurismus und Kubismus letztlich am Konstruktivismus hängen, den er lebenslang als universelle Formsprache begriff und stetig weiterentwickelte. Die in den 1960er Jahren begonnene Serie "Pro-Contra" beschäftigte das mathematisch interessierte Universaltalent bis zu seinem Tod - mithilfe der geometrischen Formel "4:1:6" teilte Richter Quadrate immer wieder aufs Neue durch zwei gerade und eine gekrümmte Linie, werkelte begeistert mit Materialien wie Papier, Metall und - wie im hier vorgestellten, einfarbig-lichtwirkenden Exemplar von 1969 - mit Kunststoff. 

Mehr zu diesem Werk finden Sie hier …

weitere Beiträge